Individualsoftware

Registrierkassenpflicht in Österreich: Was RKSV-konforme Kassensoftware können muss

Arda Özkan, Software-Architekt8 Min. Lesezeit
Symbolbild: Quellcode in einem EditorSymbolbild

Die Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) verpflichtet österreichische Betriebe ab 15.000 € Jahresumsatz (davon 7.500 € bar) zu einem manipulationssicheren Kassensystem. Technisch bedeutet das: Signatureinheit, Datenerfassungsprotokoll (DEP), QR-Code am Beleg und Meldungen über FinanzOnline. Dieser Artikel erklärt die Anforderungen aus Entwicklersicht - basierend auf der RKSV-Anbindung über Fiskaly in Astra Craft Pro.

Die vier technischen Säulen der RKSV

  1. Signatureinheit: Jeder Barumsatz wird mit einem zertifikatsbasierten Signatur- bzw. Siegelerstellungsgerät (oder HSM-Dienst) kryptografisch signiert.
  2. Datenerfassungsprotokoll (DEP): Jeder Beleg wird unveränderlich und verkettet protokolliert - das DEP muss jederzeit exportierbar sein (DEP7-Format).
  3. Belegpflicht: Jeder Beleg enthält den maschinenlesbaren QR-Code mit Signatur, fortlaufender Nummer und Umsatzzähler-Verschlüsselung.
  4. FinanzOnline-Meldungen: Inbetriebnahme, Ausfall und Außerbetriebnahme von Kasse und Signatureinheit sind meldepflichtig; der Startbeleg wird per App geprüft.

Warum viele Kassensysteme an der Praxis scheitern

Die RKSV-Grundfunktionen beherrschen die meisten Systeme. Die Probleme entstehen im Detail: korrektes Verhalten bei Ausfall der Signatureinheit (Belege mit 'Sicherheitseinrichtung ausgefallen' kennzeichnen und nachsignieren), saubere Behandlung von Stornos und Trainingsbuchungen, Jahres- und Monatsbelege sowie der lückenlose DEP-Export bei einer Prüfung. Genau diese Sonderfälle entscheiden, ob eine Finanzamtsprüfung entspannt oder teuer wird.

Individuelle Kassenlösung: wann sie sinnvoll ist

Eine individuelle Kassenlösung lohnt sich, wenn die Kasse Teil eines größeren Systems ist - etwa ein Gastro-Bestellsystem mit Küchenboard, ein Handels-ERP mit Lagerbindung oder ein Dienstleistungsbetrieb mit Terminbuchung. Statt Insellösungen zu synchronisieren, entsteht ein durchgängiger Datenfluss: Bestellung, Beleg, Warenwirtschaft und Buchhaltungsexport in einem System. Astra IT Solutions bringt hier Projekterfahrung aus ERP-Kassensystemen mit Finanz-Compliance-Schnittstellen mit.

Checkliste: Das muss Ihre Kassensoftware nachweisen

  • RKSV-konforme Signatur jedes Barumsatzes inklusive Ausfallsbehandlung
  • DEP7-Export auf Knopfdruck für Prüfungen
  • Korrekte Null-, Start-, Monats- und Jahresbelege
  • FinanzOnline-Registrierung von Kasse und Signatureinheit
  • Getrennte Behandlung von Storno, Training und Barbewegungen
  • Schnittstelle zur Buchhaltung (z. B. BMD-Export) für den Steuerberater

Häufige Fragen zum Thema

Ab wann gilt die Registrierkassenpflicht in Österreich?

Ab einem Jahresumsatz von 15.000 € pro Betrieb, wenn davon mehr als 7.500 € bar (inklusive Bankomat- und Kreditkartenzahlung) erzielt werden.

Was ist das DEP?

Das Datenerfassungsprotokoll ist die manipulationssichere, verkettete Aufzeichnung aller Barumsätze einer Registrierkasse. Es muss jederzeit im DEP7-Format exportierbar sein und ist zentrales Prüfobjekt der Finanz.

Kann ein bestehendes ERP um eine RKSV-Kasse erweitert werden?

Ja. Die Kassenfunktion kann als Modul in ein bestehendes System integriert werden - inklusive Signatureinheit-Anbindung, DEP und FinanzOnline-Meldung. Das vermeidet Doppel-Erfassung zwischen Kasse und Warenwirtschaft.

Schriftliche Ersteinschätzung, ohne Verkaufsanruf

Schreiben Sie uns, worum es geht.

Sie bekommen eine schriftliche Ersteinschätzung mit realistischem Rahmen und den nächsten Schritten. Ein Gespräch gibt es nur, wenn Sie eines möchten.

Antwort innerhalb von 24 Stunden an Werktagen · +43 699 1919 5789