Förderung für Digitalisierung in Wien: Was nach dem Ende von KMU.DIGITAL bleibt
Stand 19. Oktober 2026: Über KMU.DIGITAL können keine neuen Anträge mehr gestellt werden. Das Budget der Runde 4.0 ist laut Programmseite vollständig ausgeschöpft, und ab 2027 wird das Programm wegen Konsolidierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt nicht fortgeführt. Für Wiener Betriebe bleibt vor allem die Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur Wien: bis zu 50 % der anerkannten Kosten, höchstens 50.000 € pro Projekt, ab 10.000 € Projektgröße, mit dem nächsten Einreichstichtag am 31. Dezember 2026. Förderbedingungen ändern sich oft; prüfen Sie vor jeder Entscheidung die verlinkten Originalseiten.
KMU.DIGITAL: Was es war und warum es nicht mehr geht
KMU.DIGITAL war eine Initiative des Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit der Wirtschaftskammer. Gefördert wurden Beratungen, etwa Status- und Potenzialanalysen mit 80 % (höchstens 400 €) und Strategieberatungen mit 50 % (höchstens 1.000 €), insgesamt bis 3.000 € je Unternehmen. Darauf aufbauend gab es eine Umsetzungsförderung von 30 %, höchstens 6.000 €, bei förderbaren Kosten von 2.000 bis 30.000 €. Die Umsetzung setzte eine abgeschlossene geförderte Beratung voraus.
Auf kmudigital.at steht heute, dass das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist und keine Anträge mehr möglich sind. Wer bereits eine Zusage hat, sollte die Fristen aus der eigenen Zusage prüfen und sich bei Fragen an die dort genannte abwickelnde Stelle wenden.
Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur Wien
| Punkt | Stand Oktober 2026 |
|---|---|
| Wer | Kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen, die bei Antragstellung seit mindestens einem Jahr eine Betriebsstätte in Wien haben |
| Förderquote | bis zu 50 % der anerkannten Projektkosten |
| Höchstbetrag | 50.000 € pro Projekt |
| Mindestgröße | 10.000 € anerkannte Projektkosten |
| Förderbar | Entwicklung und Einführung digitaler Lösungen, Hardware, Software und Lizenzen, externe Beratung sowie Schulung der Mitarbeitenden durch externe Dienstleister |
| Nicht förderbar | Website oder Webshop als Einzelmaßnahme, interne Personalkosten, Standard-Hardware wie PCs und Telefone, Standard-Software wie Office oder Betriebssysteme, reine Maschinenanschaffungen, Anschaffungen unter 200 € |
| Ablauf | Beratung durch die Wirtschaftsagentur, Online-Einreichung vor Projektbeginn, Bewertung durch eine unabhängige Jury, die quartalsweise im Wettbewerb auswählt |
| Entscheidung | laut Programmseite in der Regel nach zwei Monaten |
| Unterlagen | Förderantrag, De-minimis-Erklärung, letzter Jahresabschluss oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Kostenvoranschläge für Positionen über 10.000 € netto |
| Projektdauer | höchstens zwei Jahre |
| Einreichzeitraum | 1. Jänner 2024 bis 31. Dezember 2026, nächster Stichtag 31. Dezember 2026 |
Ob und in welcher Form das Programm ab 2027 weiterläuft, geht aus den Programmseiten zum Stand dieses Artikels nicht hervor.
Der wichtigste Punkt: erst einreichen, dann beauftragen
Die Wirtschaftsagentur Wien fördert grundsätzlich nur Projekte, die erst nach der Einreichung umgesetzt werden. Holen Sie also Angebote ein, reichen Sie den vollständigen Antrag ein und beauftragen Sie erst danach. Ob Ihr Vorhaben den Kriterien entspricht und was im Einzelfall als Projektbeginn gilt, klären Sie vorab in einer Beratung mit den Förderexperten der Wirtschaftsagentur.
Was ein förderfähiges Projekt ausmacht
Gefördert wird kein einzelnes Werkzeug, sondern ein Vorhaben auf Basis eines nachvollziehbaren Digitalisierungsplans. Die Programmseite nennt insbesondere die Umstellung auf digitale Lösungen in internen Abläufen, der Produktion, im Kundenkontakt oder anderen Geschäftsbereichen. Einzelmaßnahmen im laufenden Betrieb ohne direkte Auswirkung auf interne Prozesse oder Workflows werden nicht gefördert.
- Beispiel Handwerk: Papierprotokolle, Angebote, Rechnungen und Terminplanung werden in einer Software zusammengeführt, die Monteure arbeiten am Handy.
- Beispiel Großhandel: Offene Posten, Zahlungserinnerungen und Kundenkommunikation laufen automatisiert statt über Excel-Listen.
- Beispiel Gastronomie mit mehreren Standorten: Zeiterfassung, Urlaubsanträge und Exporte für die Lohnverrechnung werden digital.
Das sind Beispiele für den Zuschnitt, keine Zusage. Ob ein Vorhaben gefördert wird, entscheidet die Jury der Wirtschaftsagentur. Wir unterstützen mit Projektbeschreibung und Kostenvoranschlag, eine Förderung können wir nicht versprechen.
Rechenbeispiel
Ein Projekt mit 20.000 € anerkannten Kosten: Bei 50 % Förderquote wären das bis zu 10.000 € Zuschuss, wenn die Jury das Projekt auswählt. Laut Programmseite ist nach der Zusage eine Vorauszahlung von höchstens 50 % der zugesagten Summe möglich. Planen Sie das Projekt trotzdem so, dass es sich auch ohne Förderung rechnet; der ROI-Rechner hilft dabei.
Außerhalb von Wien
Die anderen Bundesländer haben eigene Programme mit eigenen Bedingungen. Einen Überblick über Förderungen von Bund und Ländern bietet die Förderdatenbank der Wirtschaftskammer. Auch dort gilt: Antrag fast immer vor Projektbeginn.
Häufige Fragen zum Thema
Kann ich KMU.DIGITAL noch beantragen?
Nein. Laut kmudigital.at ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft, Anträge sind nicht mehr möglich, und ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt (Stand 19. Oktober 2026).
Wird eine neue Website in Wien gefördert?
Als Einzelmaßnahme nicht. Die Wirtschaftsagentur Wien schließt die Erstellung oder Erneuerung von Websites und Webshops als Einzelmaßnahme aus. Als Teil eines Projekts, das Abläufe verändert, kann eine Website mitgefördert werden.
Wird Branchensoftware wie eine Handwerkersoftware gefördert?
Software und Lizenzen sind grundsätzlich förderbar, Standard-Software wie Office-Anwendungen nicht. Ob ein Monatspaket einer Branchenlösung zählt, klären Sie vor der Einreichung mit der Wirtschaftsagentur.
Wie lange dauert die Entscheidung?
Laut Programmseite dauert es bei der Förderung Digitalisierung in der Regel zwei Monate. Eine unabhängige Jury bewertet die im selben Quartal eingereichten Projekte gemeinsam und empfiehlt die besten zur Förderung.
Stellt Astra IT Solutions den Förderantrag?
Nein, den Antrag stellt Ihr Unternehmen. Wir liefern eine nachvollziehbare Projektbeschreibung und einen Kostenvoranschlag, die Sie für die Einreichung verwenden können.
Quellen
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Gesetze und Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen.
- KMU.DIGITAL: Programmseite mit Hinweis zur Ausschöpfung
- KMU.DIGITAL: Fragen und Antworten zur Beratungsförderung
- Transparenzportal: KMU.DIGITAL 4.0 Umsetzung
- Wirtschaftsagentur Wien: Förderung Digitalisierung
- Wirtschaftsagentur Wien: Fördercockpit, Programm Digitalisierung
- WKO Förderdatenbank: Wien, Digitalisierung