Mehrsprachige Website für DACH und Ausland richtig aufbauen
Eine mehrsprachige Website braucht für jede Sprache eine eigene Adresse, etwa unter /en/, eine gegenseitige Verknüpfung der Sprachversionen mit hreflang und eine Sprachauswahl, die der Besucher selbst bedient, statt einer automatischen Umleitung. Für Österreich, Deutschland und die Schweiz reicht meist eine deutsche Fassung; eigene Länderversionen lohnen sich erst, wenn Preise, Rechtstexte oder Angebote je Land wirklich abweichen. Bei Astra IT Solutions beginnt eine Website mit mehreren Sprachen bei 4.490 € netto.
Mehrsprachig oder mehrere Länder: Was brauchen Sie?
Google unterscheidet zwei Fälle. Eine mehrsprachige Website bietet Inhalte in mindestens zwei Sprachen an, etwa Deutsch und Englisch. Eine multiregionale Website richtet sich ausdrücklich an Nutzer in verschiedenen Ländern, etwa mit Preisen in Euro und Franken. Manche Websites sind beides. Die Frage ist also nicht nur, welche Sprachen Sie brauchen, sondern ob sich Ihr Angebot je Land unterscheidet.
- Eine Sprache, mehrere Länder: Ein Wiener Betrieb, der auch Kunden in Bayern und Zürich hat, kommt oft mit einer deutschen Fassung aus. Die Website zeigt, wo geliefert oder gearbeitet wird.
- Mehrere Sprachen, ein Land: Ein Betrieb in Wien mit englisch-, türkisch- oder serbischsprachiger Kundschaft übersetzt die wichtigsten Seiten.
- Mehrere Länder mit Unterschieden: Ein Shop mit Franken und Euro, unterschiedlichen Versandkosten und eigenen Rechtstexten braucht echte Länderversionen.
Domain, Subdomain oder Unterverzeichnis?
Google nennt in seiner Dokumentation vier Möglichkeiten und beschreibt ihre Vor- und Nachteile. URL-Parameter wie ?lang=en empfiehlt Google ausdrücklich nicht.
| Struktur | Beispiel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Länderdomain | firma.de, firma.ch | Eindeutige Zuordnung zu einem Land | Mehr Domains und Infrastruktur, je Domain nur ein Land |
| Subdomain | de.firma.com | Leicht einzurichten, getrennte Server möglich | Unklar, ob „de“ Sprache oder Land meint |
| Unterverzeichnis | firma.at/en/ | Leicht einzurichten, geringer Wartungsaufwand | Land nicht aus der Adresse erkennbar |
| URL-Parameter | firma.at/?lang=en | Keine | Von Google nicht empfohlen |
Für kleine und mittlere Betriebe ist das Unterverzeichnis meist die beste Wahl: eine Domain, ein Hosting, eine Wartung. Eine Länderdomain lohnt sich, wenn Sie in einem Land wirklich als örtlicher Anbieter auftreten, etwa mit eigener Niederlassung. Diese Website nutzt ebenfalls ein Unterverzeichnis für die englische Startseite.
Wichtig ist, die Struktur vor dem Start festzulegen. Ein späterer Wechsel, etwa von Subdomains zu Unterverzeichnissen, ändert alle Adressen und braucht Weiterleitungen für jede einzelne Seite. Planen Sie deshalb auch Sprachen mit, die erst in einem oder zwei Jahren dazukommen sollen: Die Adresse /en/ kostet nichts, solange dort noch keine Seiten liegen.
Was ist hreflang, und wie setzt man es richtig ein?
hreflang ist eine Angabe im Quelltext, in der Sitemap oder im HTTP-Header, die Google sagt: Diese Seiten sind Sprach- oder Länderversionen desselben Inhalts. Dann kann Google einem Suchenden die passende Version zeigen. Laut Google gelten dabei einige feste Regeln:
- Jede Sprachversion listet sich selbst und alle anderen Versionen auf. Verweist Seite A auf Seite B, aber B nicht zurück, werden die Angaben ignoriert.
- Die Adressen müssen vollständig sein, mit https:// am Anfang.
- Der erste Code ist die Sprache, optional folgt das Land: de, de-AT, de-CH, en. Ein Ländercode allein ist ungültig.
- x-default bezeichnet die Seite für alle, deren Sprache nicht angeboten wird, etwa eine Sprachauswahl.
- Eine Methode reicht. HTML, Sitemap und HTTP-Header gleichzeitig zu pflegen bringt laut Google keinen Vorteil.
Google bestimmt die Sprache einer Seite nach dem sichtbaren Text, nicht nach dem lang-Attribut. Deshalb gehört auf jede Seite nur eine Sprache, auch in Navigation und Fußzeile. Wer nur die Menüs übersetzt und den Inhalt in einer Sprache lässt, erzeugt Seiten, die Google als Duplikate behandeln kann. Wie Ihre Seite im Suchergebnis erscheint, können Sie je Sprache mit der SERP-Vorschau prüfen.
Warum keine automatische Umleitung nach Sprache oder Standort?
Viele Websites leiten Besucher automatisch um, je nach Browsersprache oder IP-Adresse. Google rät davon ab. Der Crawler von Google arbeitet überwiegend aus den USA und schickt keine Spracheinstellung mit. Bei automatischer Umleitung sieht er möglicherweise nur eine Version. Auch für Menschen ist es lästig: Wer in Wien einen englischen Browser nutzt, will nicht zwangsweise auf Englisch landen. Besser ist ein gut sichtbarer Sprachwechsel auf jeder Seite, der zur entsprechenden Seite in der anderen Sprache führt, nicht zur Startseite.
Brauchen Österreich, Deutschland und die Schweiz eigene Versionen?
Meist nicht. Eine sorgfältig geschriebene deutsche Fassung wird in allen drei Ländern verstanden. Eigene Versionen mit de-AT, de-DE und de-CH lohnen sich, wenn sich Inhalte wirklich unterscheiden: Preise in Franken, andere Versandbedingungen, eigene Rechtstexte oder ein eigener Ansprechpartner im Land. Wer nur einzelne Wörter austauscht, etwa Jänner gegen Januar, schafft drei fast gleiche Fassungen, die gepflegt werden müssen.
| Thema | Österreich | Deutschland | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Sprache | Österreichisches Deutsch, etwa Jänner | Bundesdeutsch, etwa Januar | Schweizer Hochdeutsch, ohne ß |
| Impressum | Pflichtangaben nach E-Commerce-Gesetz und Mediengesetz, siehe Ratgeber zum Impressum | Pflichtangaben nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz | Mit Rechtsberatung in der Schweiz klären |
| Währung und Steuer | Euro, österreichische Umsatzsteuer | Euro, deutsche Umsatzsteuer | Franken oder Euro, Schweizer MWST |
| Lokale Sichtbarkeit | Google-Unternehmensprofil mit Adresse in Österreich | Profil nur mit echter Adresse in Deutschland | Profil nur mit echter Adresse in der Schweiz |
Für Deutschland nennt § 5 Digitale-Dienste-Gesetz unter anderem Name und Anschrift, eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit mit E-Mail-Adresse, Register und Registernummer sowie gegebenenfalls die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Welche Regeln für einen Betrieb aus Österreich gelten, der in Deutschland Kunden anspricht, ist im Einzelfall rechtlich zu klären. Was wir Betrieben in Deutschland und der Schweiz anbieten, steht auf den jeweiligen Standortseiten.
Übersetzen: Mensch, Maschine oder beides?
Maschinelle Übersetzung ist heute gut genug für einen ersten Entwurf. Für Seiten, die Anfragen bringen sollen, reicht sie selten. Fachbegriffe, Tonfall und Suchbegriffe unterscheiden sich je Sprache: Ein Kunde in London sucht nicht nach einer wörtlichen Übersetzung Ihres deutschen Leistungsnamens. Bewährt hat sich, maschinell vorzuübersetzen und jede Seite von jemandem prüfen zu lassen, der die Sprache als Muttersprache spricht und Ihr Fach kennt.
- Nicht alles übersetzen: Startseite, die wichtigsten Leistungsseiten, Kontakt und Rechtstexte reichen für den Anfang.
- Suchbegriffe je Sprache recherchieren, statt den deutschen Begriff zu übersetzen.
- Formulare, Fehlermeldungen und Bestätigungs-E-Mails mitübersetzen. Sie werden oft vergessen.
- Festlegen, wer neue Inhalte übersetzt, bevor die Website online geht. Sonst veralten die Fremdsprachen schnell.
- Je Sprache Titel und Beschreibung für Suchmaschinen schreiben, nicht nur den Text der Seite.
Zwei Beispiele aus unseren freigegebenen Projekten zeigen, dass es nicht immer die ganze Website sein muss. Für den Sam-Der Kulturverein haben wir eine mehrsprachige Vereinswebsite mit Sprachumschaltung umgesetzt. Bei Sisters Beauty Studio gibt es die Preisliste auf Deutsch und Türkisch, weil ein großer Teil der Kundschaft Türkisch spricht. Beide Websites sehen Sie unter Projekte.
Technisch muss die Website dafür vorbereitet sein. Jede Sprache braucht eigene Seitentitel, Beschreibungen und Adressen, die Sitemap listet alle Versionen, und das Formular schickt Anfragen mit der gewählten Sprache an Sie weiter. Datums- und Zahlenformate, Telefonnummern mit Ländervorwahl und Öffnungszeiten werden je Sprache passend angezeigt. Wer das von Anfang an einplant, kann später eine weitere Sprache ergänzen, ohne die Website umzubauen.
Was kostet eine mehrsprachige Website?
Bei uns beginnt eine Website mit Terminbuchung, Rechnern oder mehreren Sprachen bei 4.490 € netto. Eine einsprachige Firmenwebsite mit eigener Seite je Leistung kostet ab 2.490 €. Die Übersetzung selbst ist dabei der größte offene Posten: Liefern Sie geprüfte Texte, sinkt der Aufwand deutlich. Wovon der Preis sonst abhängt, steht im Ratgeber Was kostet eine Website in Österreich?; einen Rahmen für Ihr Vorhaben gibt der Projektkosten-Rechner.
Wird eine bestehende Website um Sprachen erweitert oder bekommt sie neue Adressen, müssen alte Adressen weitergeleitet werden, sonst gehen Rankings verloren. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Beitrag Website-Relaunch ohne Rankingverlust.
Nächster Schritt: aktuelle Website prüfen, dann Sprachen planen
Prüfen Sie zuerst, wie Ihre bestehende Website technisch dasteht: Der SEO-Check zeigt unter anderem Titel, Beschreibungen und Sprachangaben. Legen Sie dann fest, welche Sprachen und welche Seiten Sie wirklich brauchen. Mit dieser Liste schicken Sie uns eine Anfrage zur Website; Sie bekommen an Werktagen innerhalb von 24 Stunden eine schriftliche Ersteinschätzung mit Festpreis-Rahmen. Alle Details zu unseren Websites finden Sie unter Website erstellen lassen, zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen unter SEO und GEO.
Häufige Fragen zum Thema
Brauche ich für Deutschland und die Schweiz eine eigene Website?
Meist nicht. Eine gut geschriebene deutsche Fassung wird in allen drei Ländern verstanden. Eigene Länderversionen lohnen sich, wenn sich Preise, Währung, Versand oder Rechtstexte unterscheiden. Dann werden sie mit hreflang als de-AT, de-DE und de-CH gekennzeichnet.
Ist eine Länderdomain besser als ein Unterverzeichnis?
Eine Länderdomain ordnet eine Website eindeutig einem Land zu, kostet aber mehr Pflege und gilt nur für ein Land. Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist ein Unterverzeichnis wie /en/ einfacher und völlig ausreichend.
Kann ich die Website einfach automatisch übersetzen lassen?
Für einen ersten Entwurf ja. Seiten, die Anfragen bringen sollen, sollte jemand prüfen, der die Sprache als Muttersprache spricht und Ihr Fach kennt. Suchbegriffe sollten je Sprache recherchiert werden, statt sie wörtlich zu übersetzen.
Soll die Website Besucher automatisch auf ihre Sprache umleiten?
Nein. Google rät davon ab, weil der Crawler sonst womöglich nicht alle Versionen findet. Besser ist ein sichtbarer Sprachwechsel auf jeder Seite, der direkt zur passenden Seite in der anderen Sprache führt.
Quellen
Stand der Angaben: 20. Oktober 2026. Gesetze und Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen.