SEO & Marketing

Wie empfehlen ChatGPT & Co. lokale Anbieter?

Arda Özkan, Software-Architekt6 Min. Lesezeit
Symbolbild: Analytics-Dashboard auf einem LaptopSymbolbild

Ob ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht von Google Ihren Betrieb empfehlen, hängt von denselben Dingen ab wie gute Sichtbarkeit in der Suche: Die Systeme müssen Ihre Website lesen dürfen, Ihre Firmendaten müssen überall gleich sein, andere unabhängige Seiten sollten Sie erwähnen, und Ihre Seiten sollten die Fragen der Kunden klar beantworten. Bewertungen und strukturierte Daten helfen, eine llms.txt ist ein Kann. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es nicht, und laut OpenAI und Google auch keinen Weg, eine Platzierung zu kaufen oder zu erzwingen. Dieser Artikel stützt sich auf die Dokumentationen von OpenAI, Perplexity und Google, Stand Oktober 2026.

Worum es hier geht und worum nicht

Der Ratgeber GEO: Generative Engine Optimization beschreibt, wie Inhalte gebaut sein müssen, damit KI-Systeme sie zitieren. Dieser Artikel behandelt eine engere Frage, die für lokale Betriebe wichtiger ist: Was passiert, wenn jemand fragt „Welcher Installateur in Wien-Meidling hat heute noch einen Termin frei?“ oder „Guter Kosmetiksalon in Favoriten?“, und wovon hängt ab, wer in der Antwort steht?

Was passiert, wenn jemand ChatGPT nach einem Anbieter fragt?

Die Assistenten erfinden Empfehlungen nicht aus dem Gedächtnis, wenn sie im Web suchen. Sie stellen Suchanfragen, lesen Seiten und fassen zusammen. Die Anbieter beschreiben das so:

SystemWie es Quellen findetWas das für Sie heißt
ChatGPT mit WebsucheFormuliert die Frage in gezielte Suchanfragen um und nutzt dafür teils Suchpartner. Laut OpenAI-Hilfe fließt der ungefähre Standort aus der IP-Adresse ein, aus „gute Restaurants in der Nähe“ wird etwa eine Suche mit Stadtnamen. Für lokale Ergebnisse kann ChatGPT Daten an Anbieter von Branchenverzeichnissen weitergeben.Ihre Website und Ihre Einträge in Verzeichnissen müssen für Suchen mit Ort und Leistung auffindbar sein. OAI-SearchBot muss Ihre Seite lesen dürfen.
Google KI-Übersicht und KI-ModusNutzt den normalen Google-Index. Laut Google gibt es keine zusätzlichen Anforderungen, und es können mehrere ähnliche Suchanfragen zu Unterthemen gestellt werden.Gute Suchmaschinenoptimierung und ein aktuelles Unternehmensprofil sind die Voraussetzung. Eine eigene Optimierung für die KI-Übersicht ist laut Google nicht nötig.
PerplexityDurchsucht das Web und zeigt nummerierte Quellen. PerplexityBot erfasst Seiten für die Suchergebnisse.PerplexityBot muss Ihre Seite lesen dürfen, sonst erscheint sie dort nicht als Quelle.

Für Gastronomie gibt es eine Besonderheit: ChatGPT kann laut OpenAI-Hilfe Restaurants mit freien Tischen zeigen und Reservierungen über OpenTable anbieten, das weltweit verfügbar ist. Resy und Yelp sind dafür nur in Nordamerika angebunden. Ein Lokal ohne Eintrag bei einem solchen Anbieter kann trotzdem genannt werden, die Reservierung läuft dann über die eigene Website.

Voraussetzung: Dürfen die Assistenten Ihre Website lesen?

Das ist der einzige Punkt, den Sie vollständig selbst steuern. Jeder Anbieter hat eigene Crawler, die in der Datei robots.txt einzeln erlaubt oder gesperrt werden:

KennungAnbieterZweck laut DokumentationEmpfehlung für Betriebe
OAI-SearchBotOpenAIWebsites in der Suche von ChatGPT anzeigen. Gesperrte Seiten erscheinen dort nicht in Antworten, höchstens als LinkErlauben
GPTBotOpenAIInhalte für das Training von KI-Modellen sammelnGeschäftsentscheidung; Sperren hat laut OpenAI keinen Einfluss auf die Suche
ChatGPT-UserOpenAISeitenaufruf, wenn ein Nutzer in ChatGPT etwas abfragt; robots.txt gilt dafür laut OpenAI unter Umständen nichtNichts zu tun
PerplexityBotPerplexityWebsites in den Suchergebnissen von Perplexity anzeigen, nicht für ModelltrainingErlauben
GooglebotGoogleGoogle-Suche einschließlich KI-Übersicht und KI-ModusErlauben
Google-ExtendedGoogleSteuert Training und Fundierung in einigen anderen Google-Systemen, nicht die SucheGeschäftsentscheidung

Achtung bei Hosting und Content Delivery Networks: Manche sperren KI-Crawler von sich aus, auch wenn die robots.txt alles erlaubt. OpenAI und Perplexity veröffentlichen deshalb ihre IP-Bereiche und empfehlen, diese zuzulassen. Änderungen an der robots.txt werden laut beiden Anbietern innerhalb von etwa 24 Stunden berücksichtigt. Wichtig ist außerdem, dass der Inhalt im ausgelieferten HTML steht und nicht erst per JavaScript nachgeladen wird; was ein Crawler sieht, zeigt der SEO-Check.

Wovon eine Empfehlung abhängt

Welche Faktoren die Systeme genau gewichten, legt kein Anbieter offen. OpenAI schreibt, dass ChatGPT Suchergebnisse nach mehreren Faktoren ordnet, die relevante und verlässliche Informationen liefern sollen, und dass eine Platzierung nicht zugesichert ist. Aus der Funktionsweise ergibt sich trotzdem, was zählt:

  1. Erwähnungen auf unabhängigen Seiten. Ein Assistent, der eine Empfehlung begründen will, findet sie eher, wenn andere über Sie schreiben: Branchenverzeichnisse, die Mitgliederliste der Innung, Hersteller mit Fachbetriebsuche, Bezirkszeitungen, Vereine, Partner. Die eigene Website allein ist eine Quelle, aber keine unabhängige.
  2. Konsistente Firmendaten. Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen müssen auf Website, Impressum, Google-Unternehmensprofil und Verzeichnissen gleich lauten. Widersprüche machen es schwer, Angaben eindeutig Ihrem Betrieb zuzuordnen.
  3. Klare Antworten auf echte Fragen. Für welche Leistung, in welchem Gebiet, zu welchem Preisrahmen, wie schnell, wie läuft es ab. Eine eigene Seite je Leistung, die im ersten Absatz antwortet, ist leichter zu zitieren als ein Absatz auf einer Sammelseite.
  4. Bewertungen. Google nennt Zahl und Bewertung der Rezensionen als Teil der Bekanntheit im lokalen Ranking, und Assistenten greifen für lokale Fragen auf Verzeichnisse und Kartendienste zurück. Wie Sie ehrlich dazu kommen, steht im Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.
  5. Strukturierte Daten. Angaben im Format schema.org, etwa LocalBusiness mit Adresse und Öffnungszeiten, machen Fakten maschinenlesbar. Google verlangt, dass sie mit dem sichtbaren Text übereinstimmen, und betont, dass für die KI-Funktionen kein spezielles Markup nötig ist.
  6. Spezialisierung und Ort. Wer klar sagt, was er macht und wo, passt besser zu Fragen mit Leistung und Bezirk als ein Betrieb, der alles für alle anbietet.

Was Sie steuern können und was nicht

Steuern Sie selbstBeeinflussen Sie mit ZeitSteuern Sie nicht
Zugriff der Crawler in robots.txt und HostingErwähnungen auf anderen WebsitesWelche Suchpartner ein Assistent nutzt
Inhalte und Aufbau Ihrer WebsiteZahl und Inhalt echter BewertungenWie die Modelle Quellen gewichten
Einheitliche Firmendaten überallBekanntheit in Ihrem BezirkStandort und Formulierung der Frage
Strukturierte Daten und UnternehmensprofilVerweise von Partnern und HerstellernOb eine KI-Übersicht überhaupt erscheint

Google schreibt selbst, dass KI-Übersichten nur erscheinen, wenn die Systeme sie für eine sinnvolle Ergänzung halten, und deshalb häufig gar nicht ausgelöst werden. Auch die Antworten von ChatGPT unterscheiden sich je nach Formulierung, Standort und Gesprächsverlauf.

llms.txt: ein Kann, kein Muss

Die llms.txt ist ein Vorschlag aus dem Jahr 2024 für eine Textdatei im Markdown-Format, die KI-Agenten eine kurze, geordnete Übersicht über eine Website gibt. Sie wird vor allem für technische Dokumentationen genutzt. Google schreibt in seinem Leitfaden zu KI-Funktionen ausdrücklich, dass keine neuen maschinenlesbaren Dateien oder KI-Textdateien nötig sind, um in KI-Übersichten zu erscheinen.

Wir pflegen für astra-it.at selbst eine llms.txt mit Produkten, Status, Preisen und Referenzen, weil sie wenig Aufwand ist und Agenten eine verlässliche Zusammenfassung bietet. Sie ersetzt aber keine der Grundlagen oben, und sie darf nichts behaupten, was nicht auch auf der Website steht.

Was nicht funktioniert und schaden kann

  • Versteckte Texte oder Anweisungen an KI-Systeme im Quelltext. Google zählt den Versuch, Antworten generativer KI in der Suche zu manipulieren, ausdrücklich zu Spam.
  • Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen. Sie verstoßen gegen die Richtlinien von Google und fallen auf, wenn sie in ungewöhnlichen Mengen oder Mustern auftauchen.
  • Bewertungssterne im Markup der eigenen Website für den eigenen Betrieb. Google zeigt dafür keine Sterne an.
  • Hunderte automatisch erzeugte Seiten für jeden Ort und jede Leistung. Google wertet das als Brückenseiten oder Massenproduktion ohne Mehrwert.
  • Abweichende Firmennamen je Plattform, etwa mit Leistungen im Namen.

Woran Sie erkennen, ob es wirkt

  1. Stellen Sie einmal im Monat dieselben fünf Fragen an ChatGPT, Perplexity und Google, so wie Ihre Kunden sie stellen würden, mit Leistung und Bezirk. Notieren Sie, wer genannt wird und welche Quellen verlinkt sind. Die Quellen zeigen, wo Sie erwähnt sein sollten.
  2. Prüfen Sie in der Google Search Console den Leistungsbericht. Laut Google sind Klicks aus KI-Übersicht und KI-Modus im Suchtyp Web enthalten.
  3. Schauen Sie in Ihrer Statistik nach Besuchen von chatgpt.com und perplexity.ai, sofern Sie eine Statistik mit Einwilligung führen.
  4. Fragen Sie neue Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind. Das ist oft die genaueste Messung.

Rechnen Sie mit Monaten, nicht Wochen. Erwähnungen und Bewertungen entstehen nicht auf Knopfdruck, und die Systeme ändern sich laufend.

Nächster Schritt: Grundlagen prüfen lassen

Starten Sie mit dem SEO-Check für Ihre Startseite und eine Leistungsseite: Er zeigt, ob Inhalt und strukturierte Daten im Quelltext stehen. Danach prüfen Sie Ihre robots.txt auf die Kennungen aus der Tabelle oben. Wenn Sie Website, Unternehmensprofil und Erwähnungen gemeinsam angehen möchten, beschreibt die Leistung SEO und Sichtbarkeit in KI-Assistenten, wie wir dabei vorgehen. Wie wir Leistungs- und Bezirksseiten für Betriebe gebaut haben, sehen Sie in den Projekten und im Ratgeber Lokales SEO in Wien. Wer hinter Astra steht, lesen Sie auf der Seite Über uns. Eine schriftliche Einschätzung bekommen Sie über das Anfrageformular.

Häufige Fragen zum Thema

Kann ich dafür bezahlen, dass ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?

Nein, nicht in den Suchantworten. OpenAI schreibt, dass eine Platzierung in der Suche von ChatGPT nicht zugesichert werden kann, und Google, dass ein besseres lokales Ranking nicht gekauft werden kann. Was Sie tun können, ist die Grundlagen aus diesem Artikel zu verbessern.

Muss ich GPTBot erlauben, damit ChatGPT mich findet?

Nein. Für die Suche in ChatGPT ist OAI-SearchBot zuständig. GPTBot sammelt Inhalte für das Training von Modellen. Laut OpenAI sind beide Einstellungen unabhängig voneinander.

Brauche ich eine llms.txt?

Nein. Google schreibt ausdrücklich, dass keine KI-Textdateien nötig sind, um in KI-Übersichten zu erscheinen. Eine llms.txt kann Agenten eine gute Zusammenfassung bieten, ersetzt aber weder gute Inhalte noch Erwähnungen auf anderen Seiten.

Warum nennt ChatGPT meinen Mitbewerber und mich nicht?

Häufige Gründe sind gesperrte Crawler, wenige Erwähnungen auf anderen Seiten, widersprüchliche Firmendaten oder keine eigene Seite für die gefragte Leistung. Schauen Sie sich an, welche Quellen ChatGPT bei Ihrem Mitbewerber verlinkt. Dort sehen Sie, wo er erwähnt wird.

Wie lange dauert es, bis sich etwas ändert?

Technische Änderungen wie die robots.txt werden laut OpenAI und Perplexity innerhalb von etwa einem Tag berücksichtigt. Erwähnungen, Bewertungen und neue Inhalte brauchen meist mehrere Monate, bis sie sich in Antworten zeigen.

Quellen

Stand der Angaben: 20. Oktober 2026. Gesetze und Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen.

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